Sascha hat auf seinem englischen Blog einen sehr detaillierten Artikel zu einer (seiner Ansicht nach offensichtlichen) Zensur der deutschen Bing Seiten geschrieben. Mit Erlaubnis von Sascha werde ich den Artikel auf Deutsch übersetzen und Euch hier präsentieren.
Bing’s eklatante Zensur in Deutschland
Microsoft’s neue Such-(Entscheidungs-)Maschine entscheidet zuviel in Deutschland, und zwar mit sehr offensichtlichen und Saschas Ansicht nach dummen Zensur, ohne irgendwelche offensichtlichen Gründe dafür anzugeben. Google hat diese Probleme in Deutschland nicht, man kann daher mit Google z.B. nach Strumpfhosen suchen, was mit Bing nicht möglich ist:

Diese Art von Zensur gab es schon teilweise auf der MSN Live Search. Denkt Microsoft wirklich dass diese Art von Zensur Sinn macht und zu einer künftig stärkeren Nutzung von Bing gegenüber Google in Deutschland führen wird?
Das Problem sind die Einschränkungen, die basierend auf einem spezifischen Wort entstehen, was also leicht zu umgehen ist. Manchmal ist es schon ausreichend, ein zusätzliches Wort anzugeben. Aber die einfachste Lösung ist es, die Länderangabe oben rechts auf der Bing Seite zu ändern. Wenn man also in Deutschland ist, kann man einfach auf “United States” wechseln, und schon sind keinerlei Beschränkungen mehr vorhanden.
Diese Art von Zensur ist nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern passiert auch in anderen Ländern, z.B. in Indien.
Sascha hat eine Liste von Begriffen zusammengestellt, welche geblockt werden (sowie die entsprechende englisch/deutsche Übersetzung). Doppeldeutigkeiten mancher Begriffe scheint Bing egal zu sein.

Es ist erstaunlich dass sogar Begriffe wie “Handschellen” und “Strumpfhose” von Bing geblockt werden.
Doppeldenken? Werbekunden dürfen diese Begriffe nutzen
Interessanterweise scheint es für die Werbekunden keinerlei dieser Beschränkungen zu geben – obwohl die Anzeigen nicht gezeigt werden, wenn die Suche von Google aufgrund der entsprechenden Wörter geblockt wird. Es gibt einige weitere explizite Beispiele, die noch nicht im obrigen Beispiel benutzt worden sind.

Wissen denn die Werbekunden dass diese Wörter blockiert werden? Falls ein Webseitenbetreiber versucht, Strumpfhosen zu verkaufen, dann würde ich doch erwarten, dass meine Anzeige bei der Suche nach diesem Wort geschaltet wird
Gut für Microsoft?
Es ist zweifelhaft, dass diese Art von Zensur vorteilhaft für Microsoft in Deutschland sein wird, vor allem in Anbetracht der aktuellen Diskussionen über Internetzensur in Deutschland. Aber es zeigt, was in der Zukunft passieren kann, nicht nur auf Bing.com
Falls jemand sein Kund vor potentiell gefährlichen Inhalt im Internet schützen möchte (in einer Art und Weise die nicht durch zwei Klicks auf Bing umgangen werden können) dann gibt es andere Mittel, wie z.B. mit dem Kind darüber reden oder im schlimmsten Fall die Installation einer Filtersoftware auf dem PC. Aber wenn jemand in Deutschland versucht eine Webseite zum Thema “Spritzen” (die pieksenden Dinger beim Arzt) zu finden (in Deutschland blockiert), dann sollte er auf Bing immer noch Resultate finden.
BingRank’s Meinung dazu
Ich denke man muss Microsoft auf die Situation aufmerksam machen. Das Thema Zensur in Deutschland ist recht heikel und heiß diskutiert.
Man darf aber nicht vergessen: derzeit trägt Bing noch den Status “Beta”, daher finde ich dass genau jetzt die Gelegenheit da ist, zu versuchen, Einfluß auf die weitere Entwicklung von Bing auszuüben. Wobei Sascha da den Hinweis gibt, dass es schon auf Live Search so war – eventuell sollte Microsoft darüber nachdenken, solche Fehlentscheidungen nicht noch einmal zu treffen?
Ich empfehle daher, in die Bing Community reinzuschauen und entsprechend Druck auszuüben auf Microsoft und das Bing Team.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei Sascha bedanken für diesen Artikel und die Erlaubnis, ihn hier bei BingRank “abdrucken” zu dürfen.
Solltet Ihr auch interessante Artikel oder Infos zu Bing haben und wollt diese bei uns veröffentlichen, so schreibt mir einfach eine Email.
Tags: Bing, Deutschland, Indien, Internetzensur, Sascha Kimmel, Zensur

ich finde das so unverschämt bevormundend, dass ich bing schnell den rücken gekehrt habe. jedem der sich für “orgasmus” interessiert niedere instinkte vorzuwerfen ist eine sache – die frage “was kümmert es die überhaupt inhaltlich was ich suche” ist die andere.
ein übler vorgeschmack auf demnächst, wenn uns auch nur noch erreicht, was der regierung beliebt…china ist überall!
Ich finde es nicht unverschämt, ich finde es einfach dumm!!!
Man unterschätzt die Kinder. Jedes Verbot oder auch nur Verschweigen macht neugierig und man beschafft sich die Informationen. Die Quelle kann dann viel gefährlicher sein. Es hilft da nur Aufklärung.
Jeder weis: man verbiete oder zensiere ein Buch – dann wird es gelesen, dann ist es in. Das war schon immer so.
Das ist doch totaler Schwachsinn. Warum werden in Deutschland die Begriffe zensiert aber in Österreich (bing.at) kein einziger? Das ergibt doch keinen Sinn. Wovor hat Microsoft denn Angst? Bei dem Begriff “Strumpfhose” kommen übrigens Versandhäuser die Strumpfhosen anbieten. Das was da passiert ist meiner Meinung nach sehr bedenklich.
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